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Künstler: Fotografie

Joseph Petzval

Mathematiker, Optiker, 1807–1891, Szepesbéla (Zips) – Wien

Wiener Mathematiker, der 1840 das lichtstarke Porträtobjektiv berechnete, das Voigtländer baute; Grundlage der Porträtfotografie.

Joseph Petzval stammte aus Szepesbéla in der Zips, studierte in Pest und lehrte dort Mathematik, bevor er 1837 als Professor an die Universität Wien berufen wurde, wo er bis in die 1870er Jahre unterrichtete. 1839, im Jahr der Bekanntgabe der Daguerreotypie, begann er mit der Berechnung eines Objektivs, das die langen Belichtungszeiten verkürzen sollte. Er starb 1891 im Alter von 84 Jahren in Wien.

1840 entstand das Petzval-Porträtobjektiv, das die Wiener Firma von Peter Wilhelm Friedrich Voigtländer baute; es war deutlich lichtstärker als die bis dahin üblichen Linsen und machte Porträtaufnahmen in Sekunden statt Minuten möglich. Voigtländer brachte 1841 eine Ganzmetallkamera mit diesem Objektiv heraus. Über die Rechte an der Konstruktion kam es zum Streit zwischen Petzval und Voigtländer. Das Objektiv wurde in ganz Europa nachgebaut und bestimmte über Jahrzehnte die Atelierfotografie.

Frühe Petzval-Objektive von Voigtländer haben Messingfassungen mit Seriennummern, die eine Datierung erlauben; Nachbauten anderer Hersteller des 19. Jahrhunderts tragen eigene Firmengravuren. Glasbeschädigungen, Kratzer und Trübungen mindern den Wert. Seit 2013 gibt es Neuauflagen von Objektiven nach Petzvals Prinzip; moderne Bajonette und Beschichtungen unterscheiden sie. Ganzmetallkameras von 1841 sind sehr selten, Nachbauten für Museen sind bekannt.

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