Epoche
Nabis
Kunstbewegung, um 1888–1900
Pariser Künstlergruppe um Paul Sérusier, Maurice Denis, Pierre Bonnard, Édouard Vuillard und Félix Vallotton; flächige Farbe, Japonismus und Intimismus.
Im Herbst 1888 malte Paul Sérusier in Pont-Aven unter Anleitung Paul Gauguins eine kleine Landschaft in reinen, flächigen Farben, später „Der Talisman“ genannt. Zurück in Paris schloss er sich mit Studienkollegen der Académie Julian zusammen: Maurice Denis, Pierre Bonnard, Paul Ranson, Ker-Xavier Roussel und Édouard Vuillard, später kam Félix Vallotton hinzu. Nach dem hebräischen Wort für Prophet nannten sie sich Nabis.
Maurice Denis formulierte 1890, ein Bild sei vor allem eine ebene Fläche, bedeckt mit Farben in einer bestimmten Ordnung. Die Nabis malten in flachen Farbflächen mit dekorativen Umrissen, angeregt von japanischen Farbholzschnitten. Bonnard und Vuillard schilderten Interieurs, Familienszenen und Pariser Straßen, man spricht vom Intimismus. Die Gruppe entwarf auch Bühnenbilder und Programme für das Théâtre de l'Œuvre, Paravents, Tapeten und Buchschmuck.
Für den Verleger Ambroise Vollard entstanden in den 1890er-Jahren Farblithografien und Mappenwerke, darunter Bonnards „Quelques aspects de la vie de Paris“ und Vuillards „Paysages et intérieurs“, beide 1899. Vallotton schuf Holzschnitte in hartem Schwarz-Weiß, etwa die Folge „Intimités“.
Die Druckgrafik der Nabis ist das wichtigste Marktsegment. Die Werkverzeichnisse von Bouvet für Bonnard, Roger-Marx für Vuillard und Vallotton/Goerg für Vallotton erlauben, Zustand und Auflage zu bestimmen. Spätere Abzüge, Reproduktionen aus Zeitschriften und Faksimiles sind von den Originalauflagen zu trennen.
Woran man es erkennt
- flache, leuchtende Farbflächen
- dekorative Umrisse
- Einfluss japanischer Farbholzschnitte
- Interieurs und Familienszenen
- Farblithografien und Holzschnitte
Künstler
- Pierre Bonnard
- Édouard Vuillard
- Félix Vallotton
- Maurice Denis
- Paul Sérusier
- Paul Ranson
- Ker-Xavier Roussel
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