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Antiquitäten Wien

Epoche

Memphis

Stilrichtung, 1980–1988

Mailänder Designgruppe um Ettore Sottsass mit Laminat, Bacterio-Muster und knalligen Farben – mit Matteo Thun als späterem Professor in Wien.

Ettore Sottsass gründete im Dezember 1980 in Mailand mit jüngeren Entwerfern die Gruppe Memphis; der Name stammt aus einem Song von Bob Dylan. Die erste Ausstellung im September 1981 im Rahmen der Mailänder Möbelmesse machte die Gruppe bekannt. Mitglieder und Gäste waren Michele De Lucchi, Matteo Thun, Martine Bedin, George Sowden, Nathalie Du Pasquier, Aldo Cibic, Peter Shire, Shiro Kuramata, Michael Graves und Hans Hollein. 1988 löste sich die Gruppe auf.

Memphis-Möbel kombinieren bedruckte Kunststofflaminate, Holz, Metall und Glas in grellen Farben und unerwarteten Formen. Muster wie Sottsass' „Bacterio“ und die Kritzelmuster von Nathalie Du Pasquier überziehen Flächen. Sottsass' Raumteiler „Carlton“ von 1981 ist das bekannteste Stück. Leuchten, Keramik, Glas, Textilien und Uhren gehören zum Programm. Die Gruppe wandte sich gegen den guten Geschmack und die Funktionalität der Moderne und nutzte bewusst Kitsch und Vorstadtästhetik. Keramikgefäße von Matteo Thun zeigen tierhafte, verspielte Formen.

Matteo Thun lehrte in den 1980er- und 1990er-Jahren an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien Produktgestaltung und Keramik; Hans Hollein entwarf für Memphis. Die Wiener Designszene der 1980er-Jahre nahm Anregungen auf. Im Handel sind Memphis-Möbel, Leuchten, Keramik und Glas aus Originalproduktionen gefragt; Möbel sind selten, kleinere Objekte häufiger. Die Popularität der Gruppe führte zu zahlreichen Nachahmungen im Wohnbedarf der 1980er-Jahre, von Uhren bis zu Stoffen.

Originale Memphis-Stücke tragen Metallplaketten oder Etiketten von Memphis Milano mit Jahr und Entwerfer, Laminate stammen von Abet Laminati. Seit einigen Jahren werden Modelle neu aufgelegt; Neuauflagen sind entsprechend gekennzeichnet. Nachbauten ohne Lizenz haben andere Laminatdrucke und Kanten. Keramik und Glas tragen Bodenmarken mit Gruppenname, Entwerfer und Jahr; die Erstproduktion stammt aus italienischen Werkstätten wie Alessio Sarri für Keramik.

Woran man es erkennt

  • bedruckte Kunststofflaminate
  • grelle Farbkombinationen
  • Bacterio- und Kritzelmuster
  • unerwartete, geometrische Formen
  • Raumteiler „Carlton“
  • Metallplaketten von Memphis Milano
  • Kitsch und Vorstadtästhetik
  • Keramik und Glas in Kleinserie

Künstler

  • Ettore Sottsass
  • Michele De Lucchi
  • Matteo Thun
  • Martine Bedin
  • George Sowden
  • Nathalie Du Pasquier
  • Aldo Cibic
  • Peter Shire
  • Shiro Kuramata
  • Michael Graves
  • Hans Hollein

Manufakturen & Werkstätten

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