Epoche
De Stijl
Kunstbewegung, 1917–1931
Niederländische Gruppe um Theo van Doesburg und Piet Mondrian: Rechtwinkel, Primärfarben und Rietvelds Rot-Blauer Stuhl.
Theo van Doesburg gründete 1917 in Leiden die Zeitschrift „De Stijl“, die bis zu seinem Tod 1931 erschien. Piet Mondrian entwickelte darin die Theorie des Neoplastizismus, eine universale Gestaltung aus Rechtwinkel und Primärfarbe. Zur Gruppe gehörten Bart van der Leck, Vilmos Huszár, Georges Vantongerloo, der Architekt J. J. P. Oud und der Möbeltischler Gerrit Rietveld. Der Wiener Architekt Friedrich Kiesler trat 1923 bei. Van Doesburg führte 1924 die Diagonale ein, worauf Mondrian die Gruppe verließ.
Gemälde bestehen aus schwarzen, senkrechten und waagrechten Linien und Flächen in Rot, Gelb, Blau sowie Weiß und Grau. Rietvelds Rot-Blauer Stuhl von 1918, farbig gefasst um 1923, setzt das Prinzip in Lattenwerk und Sperrholz um. Das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht von 1924 löst Wände in verschiebbare Flächen auf. Typografie arbeitet mit Blockbuchstaben in Raster. Der Einfluss reicht in das Bauhaus, die Mode und die Werbegrafik. Vilmos Huszár entwarf das Titelblatt der Zeitschrift mit Blocksignet.
Kiesler entwarf 1925 für die Pariser Kunstgewerbeausstellung die „Raumstadt“ im österreichischen Pavillon in der Nähe der De-Stijl-Ideen. In Wien hat die Gruppe sonst keine Bauten hinterlassen; ihre Wirkung zeigt sich in Grafik und Möbeln der Zwischenkriegszeit. Im Handel begegnen Hefte der Zeitschrift, Grafik, Reproduktionen von Rietveld-Möbeln und Werke von Künstlern unter De-Stijl-Einfluss. Kieslers Nachlass betreut eine Privatstiftung in Wien. Originalhefte sind selten vollständig erhalten.
Rietveld-Möbel werden seit den 1970er-Jahren von Cassina in Lizenz gefertigt und sind gestempelt und nummeriert; Originale aus der Werkstatt Gerard van de Groenekans oder Rietvelds eigener Fertigung sind sehr selten und dokumentiert. Nachbauten von Tischlern haben moderne Lacke und Schrauben. Mondrian-Gemälde sind fast ausschließlich museal; Druckgrafik nach Mondrian ist meist Reproduktion.
Woran man es erkennt
- senkrechte und waagrechte schwarze Linien
- Primärfarben mit Weiß und Grau
- Rechtwinkel als Grundprinzip
- Lattenwerk und Sperrholz bei Rietveld
- verschiebbare Wandflächen
- Blockbuchstaben im Raster
- Diagonale im Elementarismus
- Zeitschrift „De Stijl“
Künstler
- Theo van Doesburg
- Piet Mondrian
- Gerrit Rietveld
- Bart van der Leck
- Vilmos Huszár
- Georges Vantongerloo
- J. J. P. Oud
- Friedrich Kiesler
Manufakturen & Werkstätten
De Stijl verkaufen: in allen 23 Bezirken
Wir kommen zur Besichtigung in jeden Bezirk.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular