Künstler: Bildhauerei der Moderne
Teresa Feodorowna Ries
Bildhauerin, Malerin, 1866–1956, Budapest – Lugano
Bildhauerin des Wiener Symbolismus; die Marmorfigur „Hexe, zur Walpurgisnacht Toilette machend“ erregte 1896 im Künstlerhaus Aufsehen.
Teresa Feodorowna Ries besuchte die Moskauer Kunstakademie, wurde aber wegen ihres Auftretens ausgeschlossen. Da Frauen an der Wiener Akademie nicht studieren durften, nahm sie Privatunterricht im Atelier von Edmund Hellmer. 1906 stellte ihr der Fürst von Liechtenstein Räume neben seiner Bildergalerie als Arbeitsplatz zur Verfügung. 1938 besetzte eine SS-Einheit ihr Atelier; 1941 floh sie in die Schweiz nach Lugano, wo sie 1956 starb.
Ihr erstes Werk war „Die Somnambule“. Auf der Frühjahrsausstellung des Künstlerhauses 1896 zeigte sie die Marmorfigur „Hexe, zur Walpurgisnacht Toilette machend“, eine kauernde Frau, die sich die Zehennägel schneidet, die als provokant empfunden wurde. Um 1898 entstand eine Büste Mark Twains, der damals in Wien lebte. Sie arbeitete in Stein, Marmor, Gips und Bronze und schuf Porträtbüsten der Wiener Gesellschaft.
Werke von Ries sind selten im Handel; viele gingen nach 1938 verloren. Bei Arbeiten aus ihrem Atelier oder aus Wiener Privatbesitz ist die Provenienz zwischen 1938 und 1945 zu prüfen, da Raub und Zwangsverkäufe in Frage kommen. Marmorarbeiten tragen meist eine eingemeißelte Signatur. Gipsfassungen und Bronzegüsse derselben Modelle sind über Ausstellungskataloge des Künstlerhauses zu vergleichen.
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