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Künstler: Bildhauerei der Moderne

Wander Bertoni

Bildhauer, Hochschullehrer, 1925–2019, Codisotto – Wien

1943 als Zwangsarbeiter nach Wien gebracht, Wotruba-Schüler und Mitbegründer des Art Club; Freilichtmuseum in Winden am See.

Wander Bertoni lernte ab 1939 in Italien Eisendreher und wurde 1943 als Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie nach Wien deportiert; die Bildhauerin Maria Biljan-Bilger versteckte ihn zeitweise. 1946–1952 studierte er bei Fritz Wotruba an der Akademie und gründete mit Anton Lehmden und Josef Mikl den Art Club mit. 1958 wurde er Österreicher. 1965–1994 leitete er die Meisterklasse für Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst. Er starb 2019 in Wien.

Werner Hofmann beschrieb Bertonis Werk als Pendelschlag zwischen Abstraktion und Figur: „Das imaginäre Alphabet“ und „Ecclesia“ (1954/55), „Meine Totems“ (1955–1965) mit dem 19,5 Meter hohen „Sonnenanbeter“, „Der Spiegel“ (1963/64) mit schwellenden Ei- und Fruchtformen, das „Indische Tagebuch“ mit 70 Plastiken. In Wien restaurierte er Figuren der Pestsäule und des Vermählungsbrunnens, rekonstruierte den „Bacchuszug“ im Burgtheater und schuf Säulen am Theodor-Herzl-Platz (1973/74). 1965 kaufte er die Gritsch-Mühle in Winden am See und richtete dort ein Freilichtmuseum ein.

Bertonis Bronzen tragen meist Signatur und häufig Gießerangaben; Auflagenangaben sind zu prüfen. Viele Werke stehen im Freilichtmuseum Winden, dessen Bestand als Vergleich dient. Messing- und Bronzearbeiten der 1950er Jahre unterscheiden sich in Oberfläche und Patina von späteren Güssen. Für Restaurierungen an der Pestsäule angefertigte Ergänzungen sind Teil des Denkmals und nicht im Handel.

Epochen & Stile

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