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Künstler: Bildhauerei der Moderne

Siegfried Charoux

Bildhauer, Karikaturist, 1896–1967, Wien – London

Wiener Bildhauer und Karikaturist der Arbeiter-Zeitung; Lessing-Denkmal am Judenplatz, Fries am Zürcher-Hof und ab 1935 Werke in London.

Siegfried Charoux, geboren als Buchta, besuchte 1918/19 eine Schauspielschule, lernte ab 1919 privat bei Josef Heu und studierte 1922–1924 an der Wiener Akademie bei Hans Bitterlich. Den Namen Charoux nahm er 1926 nach seiner Heirat an. 1923–1928 zeichnete er politische Karikaturen für die Arbeiter-Zeitung, signiert „CHAT ROUX“. 1935 emigrierte er aus politischen Gründen nach London, wurde 1940 auf der Isle of Man interniert, 1946 britischer Staatsbürger und 1956 Mitglied der Royal Academy. Er starb 1967 in London.

In Wien schuf er 1930/31 den „Fries der Arbeit“ am Zürcher-Hof in Favoriten und 1935 das erste Lessing-Denkmal am Judenplatz, das 1939 zerstört wurde. Nach dem Krieg entstanden „Die Lauschenden“ für den Richard-Strauss-Hof (1956/58) und ein zweites Lessing-Denkmal (1962–1965), das seit 1981 wieder am Judenplatz steht. In England folgten „Youth“ (1948, Tate), „The Islanders“ für das Festival of Britain (1951) und „The Cellist“ an der Royal Festival Hall.

Charoux' Karikaturen sind Federzeichnungen, signiert „CHAT ROUX“, und von gedruckten Zeitungsseiten zu unterscheiden. Bronzen und Terrakotten aus der englischen Zeit tragen meist die Signatur „Charoux“ und teils Gießerstempel britischer Gießereien. Wiener Arbeiten vor 1935 sind selten; Modelle und Studien zu den Denkmälern geben Hinweise auf die Herkunft; Kataloge der Royal Academy dokumentieren seine Ausstellungsbeiträge.

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