Epoche
Surrealismus
Kunstbewegung, 1924–1969
Kunst des Traums und des Unbewussten nach André Bretons Manifest von 1924 – mit dem gebürtigen Wiener Wolfgang Paalen und Nachwirkung in der Wiener Schule.
André Breton veröffentlichte 1924 in Paris das erste Manifest des Surrealismus und berief sich auf Sigmund Freuds Theorie des Unbewussten. Aus dem Pariser Dada-Kreis kamen Max Ernst, Man Ray und Hans Arp, dazu traten Joan Miró, André Masson, Yves Tanguy, René Magritte und ab 1929 Salvador Dalí. Der in Wien geborene Wolfgang Paalen schloss sich 1935 an. Mit dem Krieg verlagerte sich die Bewegung nach New York und Mexiko; nach Bretons Tod 1966 löste sich die Pariser Gruppe 1969 auf.
Zwei Richtungen bestimmen den Surrealismus: der veristische mit traumhaft genauen, unlogischen Bildwelten bei Dalí und Magritte, und der automatische mit spontanen Formen bei Miró und Masson. Techniken sind Frottage, Grattage, Décalcomanie, Paalens Fumage mit Kerzenruß und das Cadavre exquis als gemeinsames Zeichenspiel. Objekte kombinieren unvereinbare Dinge. Fotografie arbeitet mit Solarisation und Doppelbelichtung. Motive: Traum, Erotik, Metamorphose, leere Landschaften, schwebende Gegenstände. Meret Oppenheim überzog 1936 eine Tasse mit Pelz, eines der bekanntesten surrealistischen Objekte.
Nach 1945 brachte Edgar Jené den Surrealismus in den Wiener Art Club; daraus entwickelten Rudolf Hausner, Ernst Fuchs und Arik Brauer den Phantastischen Realismus. André Breton hatte Freud bereits 1921 in dessen Wohnung in der Berggasse besucht. Im Wiener Handel erscheinen Grafik von Dalí, Miró, Ernst und Magritte, surrealistische Fotografie und Werke der österreichischen Nachfolge. Paalens Fumagen entstanden ab 1938.
Dalí-Grafik ist der am stärksten gefälschte Bereich: Blanko-signierte Blätter und unautorisierte Auflagen aus den 1970er- und 1980er-Jahren sind verbreitet. Maßgeblich sind Werkverzeichnisse und Druckvermerke. Miró-Lithografien gibt es als Originale aus der Pariser Druckerei Mourlot und als Reproduktionen aus Büchern; Bleistiftsignatur und Nummerierung allein beweisen nichts. Magritte-Grafik erschien überwiegend posthum als Edition nach Gemälden.
Woran man es erkennt
- traumhafte, unlogische Bildwelten
- automatisches Zeichnen
- Frottage, Grattage und Décalcomanie
- Fumage mit Kerzenruß
- Metamorphose und Erotik
- schwebende Gegenstände in leeren Landschaften
- surrealistische Objekte
- Solarisation in der Fotografie
Künstler
- André Breton
- Salvador Dalí
- René Magritte
- Max Ernst
- Joan Miró
- André Masson
- Yves Tanguy
- Man Ray
- Wolfgang Paalen
- Hans Arp
- Jean Cocteau
- Edgar Jené
- Rudolf Hausner
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