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Epoche

Kinetische Kunst

Kunstbewegung, um 1950–1975

Kunst, die sich tatsächlich bewegt – durch Luft, Motor oder Betrachter: Calders Mobiles, Tinguelys Maschinen, Pol Burys Langsamkeit.

Alexander Calder baute ab 1931/32 Mobiles, die sich im Luftzug drehen; Marcel Duchamp hatte schon 1913 ein Fahrrad-Rad montiert. In den 1950er-Jahren wurde die Bewegung zum Programm: Die Pariser Ausstellung „Le Mouvement“ 1955 zeigte Werke von Calder, Tinguely, Soto, Agam und Vasarely. Gruppen wie die Groupe de Recherche d'Art Visuel in Paris und ZERO in Düsseldorf arbeiteten mit Licht und Motorik. Nicolas Schöffer entwickelte kybernetische Skulpturen.

Kinetische Objekte bewegen sich durch Luft, Elektromotoren, Magnetismus, Wasser oder die Handlung des Betrachters. Calders Mobiles bestehen aus bemaltem Blech und Draht, Jean Tinguelys Maschinen aus Schrott, Rädern und Riemen, Pol Burys Objekte aus Holz und Metall, die sich fast unmerklich langsam verschieben. Takis nutzte Magnete, Le Parc und Morellet Licht und Spiegel. Viele Werke verbinden Kinetik mit optischen Effekten der Op Art. Lichtkinetische Objekte kombinieren Motor, Glühlampe und Reflektor.

In Österreich standen Helga Philipp und Marc Adrian der kinetischen Kunst nahe; Peter Weibel trug die Verbindung von Kunst und Technik später in die Medienkunst. Im Handel erscheinen Multiples, kleine Mobiles, Editionen von Agam und Bury sowie Lichtobjekte; funktionsfähige Mechanik ist ein wesentlicher Wertfaktor. Tinguely und Niki de Saint Phalle schufen gemeinsam den Strawinsky-Brunnen in Paris von 1983, ein Hauptwerk bewegter Skulptur im öffentlichen Raum.

Calder-Mobiles werden durch die Calder Foundation registriert; Fälschungen sind verbreitet, Material, Schweiß- und Nietverbindungen sowie Farbe werden geprüft. Motorisierte Objekte der 1960er-Jahre haben Motoren und Kabel der Zeit; Austausch durch moderne Teile sollte dokumentiert sein. Multiples tragen Auflagenangaben und Signaturen. Bei Mobiles ist die originale Ausbalancierung Teil des Werks; Ersatzteile verändern die Bewegung.

Woran man es erkennt

  • tatsächliche Bewegung im Raum
  • Mobiles aus Blech und Draht
  • Elektromotoren und Mechanik
  • Magnetismus und Wasser als Antrieb
  • Schrottmaschinen bei Tinguely
  • langsame Verschiebung bei Pol Bury
  • Licht und Spiegel
  • Multiples mit Auflagenangabe

Künstler

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