Epoche
Op Art
Kunstbewegung, um 1955–1975
Kunst der optischen Täuschung mit Linienrastern, Moiré und Flimmereffekten – von Vasarely und Bridget Riley bis Marc Adrian und Helga Philipp.
Victor Vasarely entwickelte in Paris ab den 1930er-Jahren geometrische Bilder, die das Auge irritieren; die Galerie Denise René zeigte 1955 die Ausstellung „Le Mouvement“. Der Begriff Op Art kam 1964 in amerikanischen Zeitschriften auf, 1965 folgte im Museum of Modern Art die Ausstellung „The Responsive Eye“. Zu den Hauptvertretern gehören Bridget Riley, Jesús Rafael Soto, Carlos Cruz-Diez, Yaacov Agam und François Morellet. In Wien arbeiteten Marc Adrian und Helga Philipp in diesem Feld.
Op-Art-Werke bestehen aus präzisen geometrischen Elementen – Linien, Quadraten, Kreisen, Wellen –, die durch Rhythmus, Kontrast und Verzerrung scheinbare Bewegung, Wölbung oder Flimmern erzeugen. Schwarz-Weiß dominiert in der frühen Phase, später leuchtende Farbverläufe. Moiré-Effekte entstehen durch übereinanderliegende Raster, Agam schuf Lamellenbilder, die sich mit dem Standpunkt ändern. Siebdruck eignet sich besonders für die exakten Flächen. Op Art wirkte rasch auf Mode, Textilien und Werbung. Riley arbeitete ab 1967 auch mit Farbe.
Marc Adrian schuf ab den 1950er-Jahren Hinterglasmontagen mit Rasterwirkung, Helga Philipp kinetische Objekte aus Glas und Rasterbilder und lehrte an der Hochschule für angewandte Kunst. Im Handel erscheinen Siebdrucke und Multiples von Vasarely, Riley, Agam und Soto sowie Arbeiten der österreichischen Vertreter; Vasarely-Grafik ist in hohen Auflagen verbreitet. Vasarely gründete in Gordes und Aix-en-Provence eigene Museen, seine Werkstätten produzierten Multiples in großer Zahl.
Vasarely-Siebdrucke wurden häufig unautorisiert nachgedruckt; Bleistiftsignatur, Nummerierung, Druckereivermerk und Papierqualität sind zu prüfen, Offsetdrucke zeigen ein Raster in den Farbflächen. Agam-Objekte tragen Signaturen und Nummern auf der Rückseite. Bei Originalgemälden sind Werkverzeichnisse und die Archive der Künstler maßgeblich. Gemälde Rileys entstehen mit Assistenten nach ihren Studien; die Studien auf Papier bilden eine eigene, gesuchte Werkgruppe.
Woran man es erkennt
- präzise geometrische Raster
- scheinbare Bewegung und Wölbung
- Moiré-Effekte
- Schwarz-Weiß-Kontraste
- leuchtende Farbverläufe
- Lamellenbilder mit Standpunktwechsel
- Siebdruck und Multiple
- Hinterglasmontagen bei Marc Adrian
Künstler
- Victor Vasarely
- Bridget Riley
- Jesús Rafael Soto
- Carlos Cruz-Diez
- Yaacov Agam
- François Morellet
- Marc Adrian
- Helga Philipp
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