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Künstler: Bildhauerei Barock & Klassizismus

Johann Christian Wilhelm Beyer

Bildhauer, Maler, Porzellanmodelleur, 1725–1796, Gotha – Hietzing

Modellmeister der Porzellanmanufaktur Ludwigsburg und ab 1773 Leiter der Statuenausstattung des Schönbrunner Schlossparks.

Johann Christian Wilhelm Beyer kam als Kind nach Stuttgart, wo sein Vater in die Dienste Herzog Carl Eugens trat. Er studierte 1748–1751 in Paris Architektur und Malerei, dann in Rom Malerei und wandte sich nach der Teilnahme an Ausgrabungen der Bildhauerei zu; dort lernte er Winckelmann kennen. Ab 1759 war er in Ludwigsburg Hofmaler und Modellmeister der Porzellanmanufaktur. 1767 übersiedelte er nach Wien, 1778 kaufte er ein Haus in Hietzing, wo er 1796 starb.

Im Mai 1773 beauftragte ihn Maria Theresia mit den Statuen für den Schlosspark Schönbrunn: über dreißig Marmorfiguren und Vasen aus Sterzinger Marmor, von denen 1780 vierundzwanzig fertig waren, ausgeführt mit mehreren Bildhauern. Sein letzter großer Entwurf waren die Figuren des Neptunbrunnens (1780). Für Nymphenburg lieferte er dreizehn Statuen. 1779 erschienen seine Kupferstichwerke „Österreichs Merkwürdigkeiten“ und „Bildsäulen und Wasserspiele in dem Kais.-Königl. Garten zu Schönbrunn“.

Ludwigsburger Porzellanfiguren aus Beyers Zeit tragen die Marke mit verschlungenem C und Krone; die Zuschreibung einzelner Modelle an ihn ist über Modellbücher der Manufaktur zu sichern. Seine Stichwerke sind als vollständige Bände selten, Einzelblätter häufiger. Marmorfiguren im Stil der Schönbrunner Gartenplastik sind oft spätere Kopien aus Steinmetzbetrieben des 19. und 20. Jahrhunderts.

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