Künstler: Klassizismus & Biedermeier-Architektur
Isidore Canevale
Architekt, 1730–1786, Vincennes – Wien
Französischer Architekt im Dienst Josephs II.; Augartenportal, Lusthaus im Prater, Josephinum und Narrenturm.
Isidore Canevale, 1730 in Vincennes geboren, kam jung nach Wien und arbeitete zunächst für Adel und Klerus in Ungarn. Für Bischof Christoph Anton Migazzi baute er ab 1762 den Dom von Vác und 1764 den dortigen Triumphbogen zum Besuch Maria Theresias. Unter Joseph II. wurde er zum Architekten der josephinischen Reformbauten in Wien. Er starb 1786 in Wien.
In der Leopoldstadt entstanden das Portal des Augartens (1775) mit der Inschrift, mit der Joseph II. den Garten allen Menschen widmete, und das Lusthaus am Ende der Hauptallee (1781–1783). Im Alsergrund baute er das Josephinum (1783–1785) als militärärztliche Akademie und den Narrenturm (1784), einen Rundbau für psychisch Kranke beim Allgemeinen Krankenhaus. Glatte Wände und klare geometrische Grundformen kennzeichnen seine Architektur.
Im Josephinum stehen die anatomischen Wachsmodelle, die Joseph II. in Florenz fertigen ließ; sie bilden einen Vergleichsmaßstab für medizinhistorische Objekte im Handel. Augarten und Lusthaus erscheinen in den Ansichtenfolgen von Carl Schütz und Johann Ziegler bei Artaria & Comp., später auf Ansichtskarten und Biedermeier-Porzellan. Die lesbare Inschrift am Augartenportal hilft, Darstellungen zeitlich einzuordnen.
Epochen & Stile
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