Material: Fotografie
Kabinettformat
Größeres fotografisches Kartonformat von etwa 11 mal 16,5 Zentimetern, ab 1866 Nachfolger der Carte de visite.
Das Kabinettformat, englisch Cabinet Card, kam 1866 in England auf und verbreitete sich rasch in ganz Europa und Amerika. Die Bilder wurden auf Kartons von etwa 11 mal 16,5 Zentimetern geklebt und boten mehr Platz für Details als die Carte de visite. Bis in die 1910er-Jahre war das Kabinettformat das beliebteste Format für Studioporträts, Hochzeits- und Familienbilder. Ateliers gestalteten die Kartons mit aufwendigen Aufdrucken, Goldschnitt und Prägungen. Auch Ansichten, Theaterstars und Gemäldereproduktionen erschienen in diesem Format.
Kabinettkarten zeigen ein aufgeklebtes Foto auf dickem Karton, der unten oft den Ateliernamen in Gold oder Farbe trägt. Rückseiten sind mit Werbeaufdrucken, Wappen und Medaillen gestaltet. Frühe Karten enthalten Albuminabzüge, spätere Gelatine- oder Kollodiumabzüge mit neutralerem Ton. Abgerundete Ecken, schwarze oder dunkle Kartons und gezackte Kanten helfen bei der Datierung. Vergilbung, Fingerabdrücke und Knicke sind häufig. Größere Formate wie das Boudoir- oder Imperialformat sind seltener.
Kabinettkarten haben meist geringen Einzelwert, seltene Motive, bekannte Persönlichkeiten und Ateliers mit Hoftitel finden Sammler. Alben mit zusammenhängenden Familiengeschichten werden als Ganzes bewertet. Beschädigte Kartons und verblasste Bilder mindern den Wert. Wiener Ateliers mit dem Titel eines k. u. k. Hof-Photographen sind bei Sammlern besonders beliebt.
So prüfen Sie es
- Karton etwa 11 × 16,5 cm
- Ateliername in Gold am Unterrand
- gestaltete Rückseite
- abgerundete Ecken oder Goldschnitt
- Albumin- oder Gelatineabzug
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