Material: Fotografie
Bromöldruck
Piktorialistisches Edeldruckverfahren ab 1907, bei dem ein gebleichter Bromsilberabzug mit Pinsel und fetter Farbe eingefärbt wird.
Der Bromöldruck geht auf Vorschläge von Edward John Wall und die praktische Ausarbeitung durch C. Welborne Piper um 1907 zurück. Ein Bromsilberabzug wird gebleicht und gegerbt, sodass die Gelatine je nach Tonwert unterschiedlich quillt. Mit einem Pinsel trägt der Fotograf fette Druckfarbe auf, die nur an den gehärteten Partien haftet. So entstehen malerische, individuell gestaltete Bilder. Zwischen 1910 und den 1930er-Jahren war das Verfahren bei Kunstfotografen beliebt. Beim Bromölumdruck wurde das Bild zusätzlich auf anderes Papier übertragen.
Bromöldrucke zeigen eine matte, körnige Oberfläche mit weichen Konturen und sichtbaren Pinseltupfen. Die Farbe ist oft schwarz, braun oder rötlich und liegt in der Gelatineschicht. Lichter können durch gezieltes Abtupfen aufgehellt sein. Rasterpunkte gibt es nicht. Signaturen stehen auf dem Abzug oder dem Karton. Silbergelatineabzüge sind gleichmäßiger und schärfer, Gummidrucke zeigen Pigmentschichten auf dem Papier. Viele Bromöldrucke sind auf Kartons montiert und tragen Ausstellungsetiketten von Fotoklubs.
Bromöldrucke bekannter Kunstfotografen werden gesammelt; anonyme Arbeiten aus Fotoklubs sind häufiger und niedriger einzustufen. Für die Bewertung zählen Fotograf, Motiv, Qualität und Zustand. Abrieb und Feuchtigkeitsschäden mindern den Wert. Bromölumdrucke sind seltener als einfache Bromöldrucke und entsprechend gesucht. Eine Signatur in Bleistift oder Tinte auf dem Karton gilt als wichtiges Merkmal.
So prüfen Sie es
- matte, körnige Oberfläche
- sichtbare Pinseltupfen
- weiche Konturen
- keine Rasterpunkte
- Ausstellungsetiketten von Fotoklubs
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