Künstler: Literatur & Wissenschaft (Autographen)
Otto Neurath
Ökonom, Philosoph, Museumsgründer, 1882–1945, Wien – Den Haag – Oxford
Ökonom und Philosoph des Wiener Kreises; gründete 1925 das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum und entwickelte die Bildsprache Isotype.
Otto Neurath, 1882 in Wien geboren, studierte in Wien und Berlin Mathematik, Ökonomie und Philosophie. 1919 leitete er das Zentralwirtschaftsamt der Münchner Räterepublik und wurde nach deren Ende inhaftiert. In Wien engagierte er sich in der Siedlerbewegung und gehörte zum Wiener Kreis, dessen Programmschrift „Wissenschaftliche Weltauffassung“ er 1929 mit Rudolf Carnap und Hans Hahn verfasste. 1934 emigrierte er nach Den Haag, 1940 nach England; er starb 1945 in Oxford.
1925 gründete Neurath das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum, das soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge mit Bildstatistiken erklärte. Mit Gerd Arntz und Marie Reidemeister entstand die Wiener Methode der Bildstatistik, ab 1935 Isotype genannt. 1930 erschien der Atlas „Gesellschaft und Wirtschaft“ mit 100 farbigen Bildtafeln. Das Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum in Margareten setzt die Einrichtung fort.
Im Antiquariat begegnen der Atlas, Isotype-Bücher der 1930er- und 1940er-Jahre, Bildtafeln des Museums und Publikationen des Wiener Kreises. Vollständigkeit der Tafeln und Frische der Farben bestimmen die Einordnung. Briefe Neuraths sind selten; das Isotype-Archiv liegt an der Universität Reading.
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