Künstler: Literatur & Wissenschaft (Autographen)
Johann Nestroy
Dramatiker, Schauspieler, Theaterdirektor, 1801–1862, Wien – Graz
Volksdramatiker, Komiker und Theaterdirektor; schrieb rund 80 Possen und leitete 1854–1860 das Carltheater in der Praterstraße.
Johann Nestroy, 1801 in Wien geboren, studierte kurz Rechtswissenschaften und debütierte 1822 als Sarastro am Kärntnertortheater. Nach Jahren als Sänger und Schauspieler in Amsterdam, Brünn und Graz holte ihn Direktor Carl Carl 1831 an das Theater an der Wien, wo er als Autor und Komiker seine großen Erfolge feierte. 1854 übernahm er die Direktion des Carltheaters in der Leopoldstadt. Er starb 1862 in Graz.
Zu seinen bekanntesten Stücken gehören „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ (1833), „Der Talisman“ (1840), „Einen Jux will er sich machen“ (1842), „Der Zerrissene“ (1844) und „Freiheit in Krähwinkel“ (1848). Nestroy verband Couplets, Wortwitz und listige Umgehung der Zensur zu scharfer Gesellschaftssatire, oft nach französischen und englischen Vorlagen. Die Musik zu vielen Stücken schrieb Adolf Müller.
Die meisten Manuskripte Nestroys bewahrt die Wienbibliothek im Rathaus. Im Handel erscheinen einzelne Briefe, Rollenhefte, Theaterzettel mit seinem Namen und Erstdrucke der Stücke, die oft erst Jahre nach der Uraufführung gedruckt wurden. Verbreitet sind Lithografien von Josef Kriehuber und handkolorierte Kostümbilder, die Nestroy in seinen Rollen zeigen. Faksimiles aus Gedenkausgaben werden gelegentlich als Originale angeboten; eigenhändige Schriftstücke sind in Kurrent geschrieben.
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