Künstler: Pop & erzählende Malerei
Kurt Kocherscheidt
Maler, Bildhauer, 1943–1992, Klagenfurt – Wien – London – Wels
Kärntner Maler der Gruppe „Wirklichkeiten“; erdig-schwere Ölbilder, ab 1986 Holzskulpturen, 1992 auf der documenta IX.
Der 1943 in Klagenfurt geborene Kurt Kocherscheidt studierte 1961–1965 an den Kunstakademien in Wien und Zagreb. 1968 stellte er mit Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl in der Wiener Secession unter dem Titel „Wirklichkeiten“ aus. 1969–1971 lebte er in London, wo er begann, mit „Kappa“ zu signieren. 1992 waren zwei Arbeiten auf der documenta IX zu sehen, im selben Jahr zeigte die Secession eine Einzelausstellung. Er starb 1992 in Wels.
Die frühen Arbeiten sind erzählend und grafisch, mit Figuren und Gegenständen in klarer Zeichnung. Später wurden die Bilder ruhiger und schwerer: große Ölbilder mit erdigen Farben, wenigen Formen und dichtem, gespachteltem Farbauftrag, die an Gegenstände und Landschaft erinnern. Ab 1986 schuf er Holzskulpturen. Zeichnungen und Druckgrafik der Jahre 1967–1975 sind in Katalogen erfasst. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigte 2008/09 eine große Retrospektive.
Die Signatur ist ein Datierungsmerkmal: „Kappa“ ab 1969, ab 1985 nur noch „K“. Gespachtelte Ölbilder zeigen Risse in dicken Partien, deren Stabilität zu prüfen ist. Holzskulpturen sind auf Trocknungsrisse und Schädlingsbefall zu untersuchen. Ausstellungsetiketten der Secession und der Galerien, die ihn vertraten, stützen Herkunft und Datierung. Druckgrafik und Zeichnungen der frühen Jahre sind in Katalogen der Jahre 1967–1975 erfasst.
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