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Künstler: Internationale Kunst nach 1945

Hans Hartung

Maler, Grafiker, 1904–1989, Leipzig – Paris – Antibes

Deutsch-französischer Pionier der gestischen Abstraktion; 1960 Großer Preis der Biennale von Venedig, Titel aus Buchstabe, Jahr und Nummer.

Geboren 1904 in Leipzig, malte Hans Hartung schon Anfang der 1920er Jahre abstrakte Aquarelle und studierte in Leipzig, Dresden und München. 1935 emigrierte er nach Paris. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der Fremdenlegion und verlor bei Kämpfen ein Bein. 1946 wurde er französischer Staatsbürger. 1960 erhielt er den Großen Preis für Malerei der Biennale von Venedig. Mit seiner Frau, der Malerin Anna-Eva Bergman, lebte er ab 1973 in Antibes, wo heute die Fondation Hartung-Bergman ihren Sitz hat.

Hartungs Malerei besteht aus Linienbündeln, Kratzern, Schwüngen und Flächen, gesetzt mit Pinsel, Spachtel, Zweigen, später mit Sprühpistole und Walzen. Nach dem Krieg wurde er zu einem Hauptvertreter des Informel und der Lyrischen Abstraktion. Seine Titel folgen einem System aus Buchstabe für den Bildträger, Jahr und laufender Nummer, etwa „T1963-R7“ für eine Leinwand. Er schuf zahlreiche Lithografien, Radierungen und Holzschnitte. Die Bildformate sind oft groß.

Die Titel nach dem Schema Buchstabe, Jahr und Nummer erleichtern den Abgleich mit dem Archiv der Fondation Hartung-Bergman in Antibes, die Echtheitsfragen beantwortet. Signiert ist meist mit „Hartung“ und Jahreszahl. Radierungen und Lithografien tragen Bleistiftsignatur und Nummer; Holzschnitte erschienen in kleineren Auflagen. Arbeiten auf Barytpapier und Karton der späten Jahre sind auf Knicke und Abrieb zu prüfen.

Epochen & Stile

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