Epoche
Lichtkunst
Kunstbewegung, ab um 1920, verstärkt ab 1960
Kunst mit Licht als Material, von Moholy-Nagys Licht-Raum-Modulator über Flavins Röhren bis zu Brigitte Kowanz' Neon- und Spiegelarbeiten.
László Moholy-Nagy baute zwischen 1922 und 1930 den Licht-Raum-Modulator, eine bewegliche Maschine aus Metall und Glas, die Licht in den Raum projiziert. Nach 1957 machte die Gruppe ZERO Licht zum Thema, Dan Flavin arbeitete ab 1963 mit Leuchtstoffröhren, James Turrell ab 1966 mit Licht als Raum. Keith Sonnier und Bruce Nauman nutzten Neon, Mario Merz setzte Zahlen und Wörter in Leuchtschrift. In Österreich wurde Brigitte Kowanz zur prägenden Vertreterin.
Lichtkunst verwendet Neonröhren, Leuchtstoffröhren, LED, Projektionen, Spiegel, Glas und Tageslicht. Werke können Schriftzüge, Räume, Objekte oder Fassadeninstallationen sein. Kowanz verband Neonschrift, Morsezeichen und Spiegel zu Arbeiten über Sprache und Information. Valentin Ruhry und Billi Thanner arbeiten mit Leuchtmitteln und Installationen. Die Technik ist Teil des Werks: Röhren, Transformatoren und Steuerungen müssen funktionieren und dürfen nur nach Vorgaben ersetzt werden. Turrells Skyspaces rahmen den Himmel als Lichtfläche, Flavin widmete Werke im Titel Kollegen und Vorbildern.
Brigitte Kowanz vertrat Österreich 2017 gemeinsam mit Erwin Wurm auf der Biennale in Venedig. Lichtarbeiten österreichischer und internationaler Künstler sind in Wiener Museen und im öffentlichen Raum zu sehen. Im Handel erscheinen Lichtobjekte, Editionen und Neonarbeiten; Zustand der Elektrik, Zertifikate und Ersatzteilangaben bestimmen die Bewertung. Kowanz lehrte als Professorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Lichtarbeiten verlangen beim Abbau besondere Sorgfalt.
Bei Lichtkunst gilt oft das Zertifikat als eigentliches Werk, die Leuchtmittel als austauschbar. Flavin-Arbeiten etwa sind ohne Zertifikat nicht handelbar. Neonarbeiten benötigen funktionierende Transformatoren nach geltenden Sicherheitsnormen; Umbauten sollten dokumentiert und mit Künstler oder Nachlass abgestimmt sein. Ersatzröhren müssen in Farbtemperatur und Länge den Vorgaben entsprechen; LED-Umrüstungen verändern das Werk und sind meist nicht zulässig.
Woran man es erkennt
- Licht als künstlerisches Material
- Neon- und Leuchtstoffröhren
- LED und Projektion
- Spiegel und Glas
- Schriftzüge und Zeichen in Leuchtschrift
- Raumwirkung durch Licht
- Zertifikat als Werkbestandteil
- Transformatoren und Steuerungen
Künstler
- László Moholy-Nagy
- Dan Flavin
- James Turrell
- Keith Sonnier
- Bruce Nauman
- Mario Merz
- Heinz Mack
- Otto Piene
- Brigitte Kowanz
- Valentin Ruhry
- Billi Thanner
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