Epoche
Konzeptkunst
Kunstbewegung, ab um 1965
Kunst, in der die Idee wichtiger ist als das Objekt – von Kosuth und LeWitt bis zu Erwin Wurm, Franz West und Peter Weibel in Wien.
Sol LeWitt erklärte 1967 in „Paragraphs on Conceptual Art“ die Idee zur Maschine, die das Werk hervorbringt. Joseph Kosuth zeigte 1965 mit „One and Three Chairs“ einen Stuhl, sein Foto und die Lexikondefinition. Lawrence Weiner, Robert Barry, On Kawara, Hanne Darboven und die Gruppe Art & Language arbeiteten mit Sprache, Zeit, Listen und Dokumenten. In Österreich verband sich die Konzeptkunst mit dem Aktionismus und der Medienkunst, etwa bei Peter Weibel und Richard Kriesche.
Konzeptuelle Werke bestehen häufig aus Text, Fotografie, Diagrammen, Karteikarten, Anweisungen, Zertifikaten oder Alltagsgegenständen. Das Material ist zweitrangig, entscheidend ist der gedankliche Vorgang. Die Werke sind oft als Editionen, Bücher oder Multiples verfügbar. Spätere Generationen erweiterten die Konzeptkunst zur Installation, Skulptur und Performance: Erwin Wurm mit den One Minute Sculptures ab 1997, Franz West mit den Passstücken zum Benutzen, Heimo Zobernig mit Ausstellungsarchitekturen. On Kawara malte ab 1966 Datumsbilder, Hanne Darboven füllte Blätter mit Zahlenreihen.
Das mumok und die Kunsthalle Wien im MuseumsQuartier zeigen Konzeptkunst regelmäßig. Franz West wurde 2011 auf der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet, Erwin Wurm vertrat Österreich 2017 dort. Im Wiener Handel erscheinen Editionen, Fotografien, Zeichnungen und Objekte der österreichischen Konzeptkünstler sowie Künstlerbücher und Multiples internationaler Vertreter. Die 1988 gegründete Generali Foundation sammelte in Wien konzeptuelle Kunst; ihre Sammlung befindet sich seit 2014 als Dauerleihgabe im Museum der Moderne Salzburg.
Konzeptkunst wird oft über Zertifikate, Anweisungen und Künstlerarchive definiert; fehlt ein Zertifikat, ist ein Werk kaum handelbar. Editionen tragen Nummern und Signaturen, Künstlerbücher Impressum und Auflage. Für Objekte von Franz West sind Werkverzeichnis und Archiv Anlaufstellen; Kopien seiner Möbel und Passstücke sind bekannt. Fotografische Dokumentationen gelten nur mit Bestätigung der Künstler als Werk.
Woran man es erkennt
- Idee vor Objekt
- Text und Sprache als Material
- Fotografie und Dokumentation
- Anweisungen und Zertifikate
- Künstlerbücher und Editionen
- Alltagsgegenstände als Werkteile
- Passstücke zum Benutzen
- Werke über Zeit und Listen
Künstler
- Sol LeWitt
- Joseph Kosuth
- Lawrence Weiner
- On Kawara
- Hanne Darboven
- Joseph Beuys
- Erwin Wurm
- Franz West
- Heimo Zobernig
- Peter Weibel
- Richard Kriesche
- Josef Bauer
- Walter Pichler
- Lois Weinberger
- Gerwald Rockenschaub
Konzeptkunst verkaufen: in allen 23 Bezirken
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