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Epoche

Arte Povera

Kunstbewegung, um 1967–1980

Italienische Bewegung um Germano Celant, die mit armen Materialien wie Erde, Stein, Lumpen und Neon arbeitete – Pistoletto, Merz, Kounellis, Penone.

Der Kritiker Germano Celant verwendete den Begriff 1967 für eine Ausstellung in Genua und veröffentlichte im selben Jahr ein Manifest. Die Künstler, vor allem in Turin und Rom tätig, wandten sich gegen die Konsumkunst der Pop Art und gegen den Kunstmarkt. Zu ihnen gehörten Michelangelo Pistoletto, Mario und Marisa Merz, Jannis Kounellis, Giovanni Anselmo, Luciano Fabro, Alighiero Boetti, Pino Pascali, Gilberto Zorio und Giuseppe Penone.

Die Werke nutzen einfache, oft vergängliche Materialien: Erde, Holz, Steine, Wasser, Glas, Lumpen, Wachs, Pflanzen, lebende Tiere, Neonröhren und Feuer. Pistoletto malte auf polierten Spiegelstahl und stellte 1967 die „Venus der Lumpen“ aus. Mario Merz baute Iglus und setzte Fibonacci-Zahlen in Neon, Kounellis zeigte 1969 lebende Pferde in einer Galerie. Penone arbeitete mit Baumstämmen, aus denen er den jüngeren Baum herausschälte. Boetti ließ in Afghanistan Weltkarten sticken. Anselmo klemmte Salat zwischen Granitblöcke.

Arte Povera wurde in Wien über Ausstellungen in Kunsthalle, mumok und Secession bekannt; eine eigene österreichische Gruppe bildete sich nicht. Lois Weinberger arbeitete mit Pflanzen in einer verwandten Haltung. Im Handel sind Grafik, Editionen und Multiples der italienischen Künstler sowie kleinere Arbeiten auf Papier häufiger als Installationen. Das Castello di Rivoli bei Turin besitzt einen der wichtigsten Bestände der Bewegung; Celant veröffentlichte 1969 das Buch „Arte povera“.

Arte-Povera-Werke sind häufig Installationen, deren Material ersetzt werden darf, sofern Künstler oder Archiv es festlegen; Zertifikate und Aufbauanleitungen gehören zum Werk. Boettis Stickereien werden über das Archivio Alighiero Boetti registriert. Pistolettos Spiegelbilder zeigen Siebdruck auf Edelstahl, Nachahmungen verwenden Folien. Arbeiten von Kounellis aus Kohle, Wolle oder Eisen werden mit Angaben zu Material und Aufbau verkauft.

Woran man es erkennt

  • arme, vergängliche Materialien
  • Erde, Steine, Lumpen und Wachs
  • Neon und Feuer
  • Spiegelstahl bei Pistoletto
  • Iglus und Fibonacci-Zahlen
  • lebende Pflanzen und Tiere
  • gestickte Weltkarten bei Boetti
  • Zertifikate und Aufbauanleitungen

Künstler

  • Germano Celant
  • Michelangelo Pistoletto
  • Mario Merz
  • Marisa Merz
  • Jannis Kounellis
  • Giovanni Anselmo
  • Luciano Fabro
  • Alighiero Boetti
  • Pino Pascali
  • Giuseppe Penone
  • Lois Weinberger

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