Künstler: Wiener Aktionismus
Otto Muehl
Aktionskünstler, Maler, 1925–2013, Grodnau – Wien – Friedrichshof – Portugal
Mitbegründer des Wiener Aktionismus mit den „Materialaktionen“ ab 1964; Gründer der Kommune am Friedrichshof, 1991 strafrechtlich verurteilt.
Der 1925 in Grodnau im Burgenland geborene Otto Muehl studierte nach dem Krieg Germanistik und Geschichte sowie Kunsterziehung in Wien. 1962 ließ er sich mit Hermann Nitsch und Adolf Frohner in seinem Atelier in der Perinetgasse für die Aktion „Die Blutorgel“ einmauern. Ab 1964 entwickelte er mit dem Fotografen Ludwig Hoffenreich die „Materialaktionen“. In den 1970er Jahren gründete er die Kommune am Friedrichshof im Burgenland. 1991 wurde er wegen Sexualdelikten an Minderjährigen verurteilt und war bis 1997 in Haft. Er starb 2013 in Portugal.
In den Materialaktionen wurden Körper mit Lebensmitteln, Farbe und Flüssigkeiten übergossen und als Material behandelt; die Fotografien dieser Aktionen sind zentrale Dokumente des Wiener Aktionismus. Zuvor hatte Muehl Gerümpelplastiken aus Fundstücken gebaut. Nach den Aktionen malte er Bilder in expressiver, oft provokanter Figuration, in der Kommune entstand Malerei in großer Menge. In den letzten Jahren in Portugal arbeitete er an computergestützten Bildfolgen.
Gehandelt werden Fotografien der Aktionen, Gemälde und Grafik. Bei Fotografien zählen Abzugsjahr, Fotograf und Stempel; Vintage-Abzüge der 1960er Jahre sind von späteren Abzügen zu trennen. Für Gemälde zählen Herkunft und Datierung; Arbeiten aus der Zeit am Friedrichshof sind von den frühen Gerümpelplastiken und Aktionsdokumenten zu unterscheiden. Signiert ist meist mit „Muehl“ und Jahreszahl.
Epochen & Stile
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