Künstler: Internationale Editionen & Grafik
A. Paul Weber
Zeichner, Lithograf, 1893–1980, Arnstadt – Schretstaken – Ratzeburg
Deutscher Satiriker der Lithografie; „Das Gerücht“, „Kritische Kalender“ ab 1959, eigenes Museum in Ratzeburg seit 1973.
Der 1893 in Arnstadt in Thüringen geborene Andreas Paul Weber arbeitete ab den 1920er Jahren als Illustrator und Buchgestalter. Er zeichnete für die Zeitschrift „Widerstand“ des Kreises um Ernst Niekisch, darunter 1932 das Blatt „Hitler – ein deutsches Verhängnis“, und war 1937 mehrere Monate inhaftiert. Nach dem Krieg lebte er in Schretstaken in Schleswig-Holstein und wurde mit satirischer Lithografie bekannt. 1973 eröffnete in Ratzeburg das A. Paul Weber-Museum. Weber starb 1980.
Weber zeichnete Allegorien auf Gesellschaft, Politik, Bürokratie, Umweltzerstörung und Krieg: Ratten, Schachspieler, Massen, Totenschädel und anonyme Mächte in detailreicher Federzeichnung und Lithografie. „Das Gerücht“ zeigt ein schlangenartiges Wesen, das durch eine Häuserschlucht kriecht, verfolgt von Menschenmassen. Ab 1959 gab er die „Kritischen Kalender“ heraus. Viele Lithografien druckte er in eigener Werkstatt, oft in mehreren Auflagen. Viele Motive kehren in Varianten über Jahrzehnte wieder.
Lithografien sind meist mit Bleistift „A. Paul Weber“ signiert, häufig mit Vermerk „Handdruck“; Auflagen und spätere Nachdrucke sind zu unterscheiden. Die Kritischen Kalender sind Offsetdrucke und eigene Sammelobjekte. Blätter mit Propagandacharakter aus der Kriegszeit sind vom Ankauf ausgeschlossen. Das A. Paul Weber-Museum in Ratzeburg ist eine wichtige Referenz für Werkverzeichnis und Datierung.
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