Epoche
Fluxus
Kunstbewegung, um 1962–1978
Internationales Netzwerk um George Maciunas, das Kunst und Leben über Events, Partituren und Fluxboxen verband – mit Beuys, Paik, Vostell und Yoko Ono.
George Maciunas organisierte im September 1962 in Wiesbaden die „Fluxus Internationale Festspiele Neuester Musik“, die als Gründungsereignis gelten. Beteiligt waren Nam June Paik, Wolf Vostell, Dick Higgins, Alison Knowles, Emmett Williams und Benjamin Patterson; später kamen Joseph Beuys, George Brecht, Yoko Ono, Ben Vautier und Robert Filliou hinzu. Wurzeln lagen in John Cages Kompositionen, Dada und dem Happening. Mit Maciunas' Tod 1978 endete die Kernphase.
Fluxus setzte auf einfache, alltägliche Handlungen als Kunst: Event-Partituren mit kurzen Anweisungen, Konzerte mit zerstörten Instrumenten, Aktionen und Spiele. Maciunas gestaltete und vertrieb Fluxboxen und Fluxkits, kleine Kästen mit Karten, Objekten und Spielen, als billige Multiples. Typografie, Zeitungen, Postkarten und Stempel gehören zum Werk. Beuys entwickelte Filz und Fett als Materialien, Paik präparierte Klaviere und Fernseher, Vautier schrieb Sätze auf Tafeln. Yoko Onos Buch „Grapefruit“ von 1964 sammelt Anweisungsstücke. Humor und Spiel sind zentrale Elemente.
Fluxus erreichte Wien über Ausstellungen, Konzerte und Kontakte zum Wiener Aktionismus; Daniel Spoerri stand der Bewegung nahe. Im Handel sind Fluxboxen, Multiples von Beuys, Editionen von Paik und Vostell, Plakate, Einladungskarten und Druckschriften gesucht. Nam June Paik, der als Begründer der Videokunst gilt, präparierte 1963 in Wuppertal Fernsehgeräte für seine erste Einzelausstellung. Beuys' Filzanzug von 1970 und seine Postkarten-Editionen erschienen in größeren Auflagen.
Fluxboxen wurden in Handarbeit montiert, Inhalte variieren; spätere Nachbauten und Reeditionen sind verbreitet. Die Etiketten von Maciunas sind gedruckt, Kunststoffkästen der Zeit haben bestimmte Formen. Beuys-Multiples sind im Werkverzeichnis von Schellmann erfasst, mit Auflage, Stempel und Signatur; unautorisierte Kopien weichen in Material und Stempel ab. Fluxus-Partituren sind gedruckte Karten mit kurzen Anweisungen.
Woran man es erkennt
- Event-Partituren mit Anweisungen
- Alltagshandlungen als Kunst
- Fluxboxen und Fluxkits
- Multiples in kleinen Kästen
- präparierte Klaviere und Fernseher
- Filz und Fett bei Beuys
- Plakate, Karten und Stempel
- Nähe zu Musik und Happening
Künstler
- George Maciunas
- Nam June Paik
- Wolf Vostell
- Joseph Beuys
- George Brecht
- Yoko Ono
- Ben Vautier
- Dick Higgins
- Alison Knowles
- Robert Filliou
- Daniel Spoerri
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