Zacherl im 19. Bezirk, 1190 Wien
Zacherl in Döbling: die Insektenpulverfabrik in der Nußwaldgasse
1888–1892 entstand in der Nußwaldgasse die Zacherlfabrik mit orientalisierender Fassade; Dosen und Plakate für „Zacherlin“ sind gesuchte Werbeobjekte.
Hugo von Wiedenfeld baute 1888–1892 in der Nußwaldgasse die Insektenpulverfabrik der Familie Zacherl, mit einer orientalisierenden Fassade, die bis heute auffällt. Johann Zacherl hatte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Insektenpulver aus getrockneten Chrysanthemenblüten, das er im Kaukasus kennengelernt hatte, als „Zacherlin“ vertrieben; sein Sohn Johann Evangelist Zacherl machte daraus ein international tätiges Unternehmen. Die Fabrik steht in einem Bezirk, der Industriegeschichte, Villen der Hohen Warte und die Weinbaudörfer Grinzing, Nussdorf und Heiligenstadt verbindet.
„Zacherlin“-Werbung gehört zu den frühen Wiener Markenauftritten: Blechdosen, Glasflaschen mit Prägung, Streudosen, Emailschilder und Plakate des Historismus und Jugendstils. Datierung gelingt über Etikettengestaltung, Adressangaben und Verpackungsform. Inhaltsreste in Dosen und Flaschen entsorgen wir fachgerecht, bevor wir sie bewerten. In Döblinger Villen und Weinbauernhöfen in Nussdorf und Grinzing liegen solche Dosen auf Dachböden und in Kellern; zusammen mit anderen Werbeobjekten bewerten wir sie als Sammlung.
Zacherl in anderen Bezirken
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